Text für Menschen, nicht für Maschinen
cryptlang verwandelt normalen Text in eine Form, die du noch mühelos liest, mit der ein automatischer Scanner aber erstmal nichts anfangen kann. Wie das geht — und wo die Grenzen liegen.
Warum überhaupt verfremden?
Immer mehr Kommunikation läuft durch automatisierte Filter. Systeme durchsuchen Texte nach Stichwörtern, Mustern und bekannten Formulierungen — im Kontext der geplanten EU-„Chatkontrolle" ebenso wie bei simpler Spam- und Keyword-Erkennung. Diese Auswertung funktioniert nur so lange zuverlässig, wie der Text exakt in der erwarteten Schreibweise vorliegt.
Genau hier setzt cryptlang an: Es verschiebt Text minimal — gerade so weit, dass ein Mensch
ihn noch flüssig liest, ein maschineller Abgleich aber ins Leere läuft. Ein Filter, der nach dem
Wort Mensch sucht, findet M3nѕ(h nicht.
Die vier Techniken
1. Leetspeak
Der Klassiker: Buchstaben werden durch optisch ähnliche Ziffern oder Sonderzeichen ersetzt —
a→4, e→3, o→0, t→7. Viele Buchstaben haben
mehrere Varianten (i wird zu 1, |, ! oder
/), die zufällig gewählt werden — so sieht keine zwei Ausgaben gleich aus. Für
Menschen bleibt das Wort erkennbar, für einen wörtlichen Textvergleich ist es ein anderes Wort.
2. Homoglyphen
Unicode enthält viele Zeichen, die optisch (fast) identisch aussehen, aber technisch
verschieden sind. Das lateinische a und das kyrillische а sehen gleich
aus — für den Computer sind es zwei völlig unterschiedliche Codepunkte. Diese Technik ist am
stärksten gegen Keyword-Matching, weil der Text für das Auge unverändert wirkt.
3. Zero-Width-Zeichen
Manche Unicode-Zeichen haben keine sichtbare Breite, etwa das Zero-Width-Space
(U+200B). Zwischen die Buchstaben gestreut, sind sie für Menschen völlig unsichtbar —
für eine Maschine zerfällt das Wort aber in einzelne, unzusammenhängende Fragmente.
4. Diakritika
Kombinierende Akzentzeichen legen sich über einen Buchstaben, ohne ihn zu ersetzen. Der Text bleibt lesbar, bekommt aber eine „zittrige" Optik, und jedes veränderte Zeichen bricht den exakten Vergleich. Damit nichts als leeres Kästchen erscheint, setzt cryptlang die Marken nur dort, wo Schriftarten sie zuverlässig darstellen (über Kleinbuchstaben); Großvokale bekommen stattdessen vorkomponierte Akzente, Ziffern und Großkonsonanten bleiben unberührt.
Warum bleibt es lesbar?
Über einen Intensitäts-Regler steuerst du, wie viele Zeichen überhaupt verändert werden. cryptlang bevorzugt dabei häufige Buchstaben und wendet pro Zeichen höchstens eine ersetzende Technik an — so bleibt selbst bei hoher Stufe genug Struktur übrig, dass dein Gehirn das Wort mühelos rekonstruiert. Das ist derselbe Effekt, mit dem wir Tpyefehler beim Lesen automatisch überlesen.
Wo sind die Grenzen?
cryptlang ist keine Verschlüsselung. Wer die eingesetzten Techniken kennt, kann sie mit etwas Aufwand rückgängig machen — Homoglyphen lassen sich zurückmappen, Zero-Width-Zeichen herausfiltern. Auch moderne, kontextbasierte Sprachmodelle erkennen viele Verfremdungen. cryptlang erhöht also die Hürde für automatische Massenauswertung, ersetzt aber keine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wenn es um Vertraulichkeit geht.
Und die Privatsphäre?
Die gesamte Umwandlung passiert lokal in deinem Browser über JavaScript. Es wird kein Text an einen Server gesendet, gespeichert oder protokolliert. Du kannst die Seite speichern und komplett offline nutzen.
→ zum Generator · cryptlang läuft komplett clientseitig, ohne Tracking.